TAT Kreativ-Akademie

München / Málaga



Das Geheimnis des Glücks ist Freiheit.

Das Geheimnis der Freiheit ist Mut.

 




Der Pelikan

von August Strindberg


Eine Co-Produktion mit Theatergastspiele Kempf, Grünwald


mit:


Evelyn Plank, Patrick Gabriel, Sandra Heuer, Christiane Hedtkamp, Markus Olzinger

Zum Inhalt

 

August Strindberg beschreibt in seinem Stück „Der Pelikan“ eine Familientragödie, die auch heute stattfinden könnte.

 

Die Mutter entzieht ihren Kindern alles, was zu einem einigermaßen zumutbaren Leben gehört. Sie entzieht ihnen nicht nur Nahrung, sondern baut sogar mit ihrem Schwiegersohn eine wohl sexbesessene Beziehung auf. Ihre Kinder ziehen sich fast autistisch wie in ein Schneckenhaus zurück, besonders Sohn Fredrik flieht in den Alkohol.

 

Erst als durch einen Brief des verstorbenen Vaters viele Dinge aufgedeckt werden, kommt es zu einer exzessiven gegenseitigen Abrechnung, die eskaliert und zur Katastrophe führt.

Regie:

Kostüme:

Bühnenbild:



Mutter


Fredrik, ihr Sohn


Gerda, ihre Tochter


Axel, ihr Schwiegersohn


Margret, Haushälterin

Bernd Seidel

Monique Kammin

Hans Mehringer



Evelyn Plank


Patrick Gabriel


Sandra Heuer


Markus Olzinger


Christiane Hedtkamp

Presse




Der Regisseur gestaltet die Bewegungsabläufe der Akteure trotz aller Statik des Stoffes sehr lebendig, vermittelt dem Publikum eine Anlehnung an den von Strindberg geliebten Hamlet, als sich nach Entdeckung des Briefes der Schaukelstuhl des Vaters wie von Geisterhaus bewegt.


Beeindruckendes Ensemble


Das Spiel der sorgfältig ausdifferenzierten Figuren ist homogen, die Wirkung als Ensemble beeindruckend. Das alles geschieht in einem schlichten, beinahe bäuerlichen Bühnenbild, das von drei symbolistisch-dämonischen Gemälden von Monique Kamm beherrscht wird.

Das Ende wird übertönt von einer etwas verzerrten Kinderstimme, die singt: "Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt". Hinter diesem scheinbar unschuldigen Klang wird jedoch der Zynismus des Widerspruchs sichtbar, der sich nun mal zwischen einem unschuldigen Kinderlied und späterer Schuld ergibt. Ein nachdenkliches Publikum spendete dem Ensemble langen Beifall. Oberpfalz, 13.10.2013 - Max-Reger-Halle, Weiden



Die Gefühlskälte, die in diesem unwirtlichen Haus seit jeher herrscht, strahlt von der Bühne ab, erreicht die Zuschauerreihen und lässt den einen oder anderen Besucher erschauern. Aber die Kälte fährt nicht allen 400 Besuchern in die Knoche, die am Mittwochabend im Buxtehuder Theater Strindbergs „Der Pelikan“ sahen.


Vielmehr sorgte die von den Medien hochgelobte Inszenierung von Bernd Seidel für Ambivalenzen. Zwischen Begeisterung und Ablehnung reichten die Publikumsstimmen von „einfach fantastisch“, „toll“ und „packend“ bis zu „ich hatte mehr erwartet“. „Der Stoffe ist gut, aber die Aufbereitung ist schlecht“ oder „es kommt überhaupt nichts rüber. Ich fühle nichts.“


Es lebe die Meinungsvielfalt. So soll Theater sein.


... Es ist schwere Kost, die das fünfköpfige, präzise spielende Ensemble dem Publikum am Mittwochabend in einer aufwühlenden Gesamtleistung serviert ...


... Nach zwei Stunden, in denen man zeitweise Stecknadeln fallen hören kann, entlässt das Publikum das Ensemble mit anhaltendem und rhythmischen Applaus den Abend ...



... Der Regisseur kommt mit Punkfrisur daher. Bernd Seidel ist supersympathisch, wahnsinnig eloquent und lässt das „Vorspiel“ im fast voll besetzen Zimmer wie im Fluge vergehen.



Stader, Buxtehuder, Altländer Tageblatt (Hannelore Aldag), 01.11.2013







„Das Ensemble überzeugt mit präzisem Spiel. Und da Bernd Seidel eine Szene als filmische Rückblende wiederholt und überhaupt die Vorstellung gut gedacht und schlau gemacht ist, bekommt der Abend Sogkraft. Im Kammerensemble nimmt insbesondere Patrick Gabriel als aufsässiger Dahinvegetierender gefangen. Der junge Mime beeindruckt mit schwungvollem Facettenreichtum. Er ist zugleich ein heillos verwunschener Todesengel mit Märtyrerblick und ein zorniger junger Rebell."


Münchner Merkur, 20.10.2008





„Regisseur Bernd Seidel inszeniert ein unter die Haut gehendes Psycho-Drama, das nichts an Aktualität verloren hat, und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Schein und Sein, zwischen gutbürgerlichem Haus und den gespenstisch wirkenden Figuren, die Opfer ihrer eigenen Verlogenheit und Verdrängung sind. Die sehenswerte Inszenierung mit einer hervorragenden Leistung aller Darsteller vermag auch ein junges Publikum zu begeistern.“


Mangfall-Bote, 16.9.2008





„ ‚Seiner eigenen Mutter gegenüber ist man ja wehrlos. Eine Mutter ist heilig‘, lässt Strindberg Tochter Gerda sagen, überzeugend in ihrem inneren Kampf zwischen dem Verharren in sanfter Lüge und der schmerzlichen Wahrheit. Gemeinsam mit ihrem Bruder Fredrik, beeindruckender ‚Hamlet‘ der Mini-Familie Patrick Gabriel, erkennt sie nach dem Tod des Vaters das wahre Ausmaß des menschenverachtenden Umgangs der Mutter mit ihren Nächsten. Jahrelang hat die Mutter in ihrer grenzenlosen Gier Familie und Angestellte ausgebeutet, sie frieren und hungern lassen, während sie für sich stets den Rahm von der Milch abschöpfte. Mittels gekonnt erzeugter Abhängigkeiten, Lügen, Drohungen und Intrigen wusste die narzisstische Mutter ein tragfähiges Machtgefüge zu installieren und ihre häuslichen Untaten gekonnt vor der Außenwelt zu verbergen. Erst der Brief des toten Vaters weckt die Gepeinigten aus dem Schlaf und weckt Rachegelüste.“


Süddeutsche Zeitung, 18.10.2008

Süddeutsche Zeitung (Udo Watter), 17.10.2013